Flachdruck Verfahren, Siebdruck, Lithografie, Von Rene Bernhard Fineart, Zürich

Flachdruck

Lithographie (Steindruck)

Der Steindruck ist die geläufigste Form des Flachdruckes: bei diesem Verfahren werden die Musterdrucke aus einer Fläche hergestellt, die weder radiert noch erhöht ist, sondern vollkommen flach.

Die Zeichnung wird auf der Oberfläche eines Lithosteines vorgezeichnet. Diese Technik, die 1798 von Alois Senefelder erfunden wurde, basiert auf dem Prinzip, daß Fett und Wasser sich gegenseitig abstoßen.

Der Künstler zeichnet auf einer schweren Kalksteinplatte, die ganz flach und gut geschliffen sein muß, und verwendet dabei eine spezielle, sehr fette Tinte oder einen speziellen Pastellstift bestehend aus Wachs, Seife und Kienruß.

Danach wird der Stein mit einer großen Vielfalt an chemischen Lösungen behandelt, welche das Fett auf der Zeichnung fixieren und die Porosität der leeren Flächen erhöhen; wenn das Ganze dann mit Wasser in Berührung kommt, wird das Wasser sofort durch das Fett abgestoßen, aber von der leeren Fläche aufgenommen.

Anschließend wird sehr fette Tinte auf den Stein aufgetragen. Diese bleibt nur an dem Fett der Zeichnung haften und wird von dem nassen und leeren Teil des Steines abgestoßen. So kann man Drucke aus der flachen Druckplatte herstellen.

Der Künstler kann die Zeichnung auch auf einem speziellen Lithopapier vorzeichnen und von einem Steindrucker auf den Stein übertragen lassen. Die Zeichnung wird auch in diesem Fall mit einem Litho-Pastellstift ausgeführt, aber die Tatsache, daß man auf Papier arbeitet, ermöglicht eine gewisse Freiheit und Spontaneität, die bei direkter Arbeit auf dem Stein kaum möglich ist.


Offset

Der Offsetdruck ist heute bei weitem die am häufigsten verwendete Drucktechnik, obwohl er für industrielle und nicht für künstlerische Produktionen zum Einsatz kommt.

Der Offsetdruck kann als moderne Weiterentwicklung der Lithographie definiert werden. Der Lithostein wird durch eine Metallplatte ersetzt, auf die das Bild mit einem Photoprozeß übertragen wird.

Anschließend wird die Platte mit Druckfarbe versehen und angefeuchtet. Das Bild wird auf eine Gummimatrize gedruckt, die wiederum zum Drucken von Tausenden von Kopien auf Papier verwendet wird.


Siebdruck

Hier wird die Farbe auf ein sehr feines Gewebe aufgetragen, traditionsgemäß Seide, obwohl heute synthetischer Stoff verwendet, das über einen Rahmen gespannt und mit dem Blatt bzw.

Gegenstand überlagert ist, auf dem das Bild gedruckt werden soll.

Der Stoff, der als Matrize dient, wird so präpariert, daß die Farbe durch den Stoff durchsickert, und zwar nur an einigen Stellen und an anderen nicht, wodurch sich die Zeichnung herausbildet.

Dieses System hat den Vorteil, daß das Bild nicht spiegelverkehrt ist wie bei den meisten anderen Druckverfahren, und der Künstler braucht nicht unbedingt Tinte zu verwenden.


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